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Baustoffindustrie übergibt Umwelminister Jost "Agenda 2040"

 

In Fortsetzung des offenen Dialoges zwischen der Saarländischen Baustoffindustrie und dem saarländischen Umweltministerium übergab am gestrigen Mittwoch eine Delegation des Verbandes der Baustoffindustrie Saarland (VBS) Minister Reinhold Jost die Broschüre „Agenda 2040 – Rohstoffe aus der Region“.

„Die vorliegende Broschüre“, so VBS-Vorsitzender Jürgen Heinz „stellt eine Ist-Aufnahme der derzeitigen Rohstoffabbausituation im Saarland dar, die anhand von gesicherten Daten und Fakten eine Diskussionsgrundlage mit der Politik, den ausschreibenden Behörden, den Gemeinden und Kommunen und nicht zuletzt mit der Bevölkerung darstellen sollte. Anhand von vielen Beispielen werden gelungene und erfolgreiche Rekultivierungsmaßnahmen und der auch während der Abbauzeit gelebte Naturschutz aufgezeigt.“ Heinz plädiert für die Erhaltung des Regionalstandortes Saar und zeigt auf, dass die saarländische Baustoffindustrie, in der überwiegend Familienunternehmen tätig seien, hohe Bedeutung für die heimische Wirtschaft habe und Arbeitgeber von 1000 direkten und 2000 indirekten Arbeitsplätzen sei, die nachhaltig und mit großem regionalem Engagement wirtschafteten.

Dr. Hendrik Huppert, stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des AK Rohstoffe, informiert, dass die nun in 2. Auflage vorliegende Broschüre zum ersten Mal im Jahre 2012 erarbeitet und vorgestellt worden sei aus der Motivation heraus, dass sich bereits damals viele Baustoffunternehmen Sorgen um die Zukunft der Rohstoffversorgung im Saarland gemacht hätten. „Innerhalb der nächsten 10 Jahre,“ so Huppert, „läuft der Abbau eines signifikanten Teils der derzeit genehmigten Abbauflächen aus“. Die Baustoffindustrie benötige jedoch zur langfristigen und nachhaltigen Planung und wegen der langen Vorlaufzeiten bei den Genehmigungsverfahren politische Weichenstellungen wie den seit langem angekündigten LEP Saar, der ein langfristiges Konzept zur Versorgung der saarländischen Bevölkerung ebenso festschreibe wie Vorranggebiete für Rohstoffe.“ Huppert weist darauf hin, dass lediglich 0,06 % der Fläche des Saarlandes zum – temporären - aktiven Rohstoffabbau genutzt werden im Vergleich zu 44 % der Flächen im Saarland, die als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen seien.

Im Sinne einer fundierten Diskussion auf allen Ebenen begrüßt Umweltminister Jost die Broschüre „Agenda 2040“, die u.a. eindrucksvoll darstelle, dass heute nicht mehr, wie oftmals  in der Vergangenheit, Raubbau mit der Natur getrieben, sondern vielmehr ein Umweltbewusstsein und eine Verantwortung gegenüber Mensch und Natur entstanden seien, wie die vielfältigen abgeschlossenen oder laufenden Rekultivierungsprojekte zeigten. Dazu trage auch bei, dass die bei den Abbauverfahren Betroffenen intensiver als in früheren Jahren im Gespräch seien.  „In diesem Zusammenhang achtet unser Haus natürlich immer darauf, dass Unternehmen für den Rohstoffabbau einen Ausgleich im Sinne des Natur- und Artenschutzes schaffen. Denn nicht alles, was in diesem Bereich getan wird, steht im Einklang mit dem Natur- und Umweltschutz.“  Jost sagt der Baustoffstoffindustrie abschließend einen offenen Dialog und vor dem Hintergrund der geltenden Rechtslage pragmatische Lösungen zu.